Birma
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Autor Thema: Birma  (Gelesen 15044 mal)
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Andreas
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« am: 05. Mai 2008 21:46 »

Seit dem letzten Herbst, wo es Nachrichten aus Birma/Myanmar auf allen Kanälen gab, hat man in den letzten Wochen und Monaten nichts mehr aus dem Land gehört. Im vergangenen Jahr hatten Mönche damit begonnen, gegen das Militärregime in dem Land zu protestieren. Und immer mehr Einwohner des Landes schlossen sich den Protesten an.

© Bild: AP / netzeitung.de

Allerdings hat das Militärregime dort diese Proteste dann ziemlich schnell und gewaltsam nieder geschlagen.

Nun erreichen uns wieder schlimme Nachrichten aus diesem Land, nachdem ein Wirbelsturm über das Land hinweg gefegt ist und die eh schon marode Infrastruktur dort noch weiter geschädigt hat.

© Bild: AFP / welt.de

Die frühere britische Kolonie grenzt an China, Thailand und Indien und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das rohstoffreiche Land wurde von den Militärs herunter gewirtschaftet.
Flächenmäßig ist Birma etwa doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland.

Es ist schon irgendwie traurig, dass sich viele Machthaber an die Macht klammern und sich keinen Deut um das Volk scheren. Oder wie seht ihr das?
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Offensichtlich gibt es hier viele fleißige Mitleser, aber niemand der sich dann mal überwindet, auch selber mal was zu schreiben! Das ist auf Dauer schon ziemlich frustrierend!
Manni
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« Antworten #1 am: 06. Mai 2008 21:15 »

In den Nachrichten haben die berichtet, dass der Sturm "Nargis" inzwischen schon etwa 10.000 Menschenleben gefordert hat. Das muss man sich mal vorstellen. Das ist die Menschenmenge, die bei uns hier in einer kleinen Stadt leben.

Manni
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Luan
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« Antworten #2 am: 06. Mai 2008 21:58 »

Hallo Manni,

auf die Zahlen, die da so kursieren sollte man sich wohl besser nicht verlassen, da Nachrichten von dort nur "häppchenweise" aus dem Land heraus kommen, ganz so wie es den Machthabern dort passt. Im Heute Journal wurden eben "Vorher-Nachher-Bilder" gezeigt. So wie das auf den Satellitenbildern ausgesehen hat, sind da riesige Flächen an den Küsten des Landes "vom Meer verschluckt" worden. Und wenn die Menschen dort vom Sturm überrascht wurden ...

Luan
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Matthias
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« Antworten #3 am: 06. Mai 2008 22:37 »

Was ich immer wieder erschreckend finde, dass solche Naturkatastrophen fast nur arme Länder trifft, die sowieso keine vernünftige Wirtschaft mit einer Infrastruktur aufbauen können. Dann kommt noch so eine Verwüstung, die das bisschen was vorhanden ist auch noch kaputt macht.

Gruß
Matthias
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Andreas
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« Antworten #4 am: 10. Mai 2008 12:22 »

Heute war als „Thema des Tages“ in der Rhein-Main-Presse eine ganzseitiger Bericht über Birma. Mich interessiert das Thema, aber so wirklich helfen kann man den Menschen dann auch nicht, weil das Militärregime in dem Land keine Hilfe zulässt. Die müssen wohl eine panische Angst davor haben, dass noch mehr ihrer „Machenschaften“ ans Licht kommen, wenn dann internationale Helfer im Land sind.

Der Machthaber Than Shwe soll bereits seit einer Woche „abgetaucht“sein. Vielleicht spürt er ja bereits sowas wie den  „Volkszorn“ und er geht deshalb in „Deckung“. Die Generäle ignorierten auch die Appelle der internationalen Gemeinschaft, das geplante Referendum zu verschieben, mit dem sie ihre Macht weiterhin festschreiben wollen. Das Referendum sei nur in einigen, der vom Wirbelsturm am schlimmsten betroffenen Gegenden, um zwei Wochen verschoben worden.

Bereits im vergangenen Herbst wurde -- im Zusammenhang mit den Protesten der Mönche -- darüber berichtet, dass ein neuer „künstlicher“ Regierungssitz vorhanden sei, in dem die Machthaber in allem Pomp residieren, während das Volk gerade mal das notwendigste zum Ãœberleben hat.
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jeanlouis
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« Antworten #5 am: 10. Mai 2008 14:45 »

...ist ja jammerschade, dass es in Birma/Myanmar kein Öl gibt. Sonst wären die Amis längst einmarschiert...
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Luan
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« Antworten #6 am: 13. Mai 2008 22:35 »

An dieser "Ölthese" scheint was wahres dran zu sein.

In der THW-Zentrale für Auslandslogistik Rüsselsheim laufen derzeit die Vorbereitungen, um "Wasserexperten" nach Birma zu entsenden. Das Land hat 13 notwendige Visa für die Helfer erteilt. Die erteilten Visa seien zunächst für zwei Wochen ausgestellt, jedoch mit einer Option auf Verlängerung. Das THW hat auch damit begonnen, Infrastruktur-Team zusammen zu stellen.
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Andreas
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« Antworten #7 am: 28. Mai 2008 22:21 »

Vielleicht sollte man auch mal wieder an die Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi aus Birma erinnern. Die Oppositionsführerin aus Birma sitzt seit 5 Jahren im Hausarrest. Heute berichtete die Presse, dass dieser Hausarrest vom Regime weitere 6 Monate verlängert wurde. Gleichzeitig wurden 18 Anhänger der Opposition festgenommen.

Auch von Hilfsorganisationen wurde berichtet. Trotz gegenteiliger Zusagen der Regierenden wird der Einsatz für die Opfer weiter behindert.

Suu Kyi gewann am 27. Mai 1990 mit der Nationalen Liga für Demokratie die Wahlen. Die Militärs ignorierten jedoch das Wahlergebnis und halten die Friedensnobelpreisträgerin seit nun 12 Jahren unter Hausarrest. Seit Ende Mai 2003 steht sie ununterbrochen unter Hausarrest. Nach birmanischen Recht ist Hausarrest jedoch nur für maximal 5 Jahre ohne Anklage vorgesehen.

Was soll man nur von solch einer Regierung halten?
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Luan
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« Antworten #8 am: 22. Juli 2008 20:29 »

Heute fand sich mal wieder eine Meldung in der Presse zu Birma, aber lest selber:

Zitat
Singapur (dpa)
Das von der Militärjunta regierte Birma hat mehr Menschenrechte in Aussicht gestellt, zugleich aber Hoffnungen auf eine baldige Freilassung der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi, die seit 13 Jahren unter Hausarrest steht, zerschlagen. In Singapur übergab Birma unter Beifall der Außenminister der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean die Ratifizierungsurkunde der Demokratie- und Menschenrechtscharta. Zunächst hatte es geheißen, die Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi könne in etwa einen halben Jahr mit ihrer Freiheit rechnen. Diese Info habe auf dem Missverständnis beruht, so der Außenminister Singapurs. Suu Kyi werde laut Birmas Außenminister Nyan Win zwischen Mai und November 2009 freikommen. Die Außenminister zeigten sich „zutiefst enttäuscht“.

In „Aussicht stellen“ kann man ja vieles. Und allein schon der genannte Zeitraum -- das sind 7 Monate!!

Ich werde es erst glauben, wenn eine angesehene Presseagentur die Freilassung der Oppositionsführerin „vermeldet“.
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Andreas
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« Antworten #9 am: 03. August 2008 17:59 »

Auch wenn man in den täglichen Nachrichten in der letzten Zeit kaum etwas über Birma gehört hat, ist dort weitere Hilfe notwendig.

Zitat
Quelle: aerzteblatt.de
Ärzte ohne Grenzen: Notleidende in Myanmar und Somalia nicht vergessen
Berlin – Knapp drei Monate nach dem Zyklon Nargis ist die humanitäre Lage in Myanmar noch immer katastrophal. „Die Überlebenden brauchen dringend Hilfe“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Ärzte ohne Grenzen, Tankred Stöbe, bei der Vorstellung des Jahresberichtes seiner Hilfsorganisation in Berlin.

Die Bevölkerung Myanmars habe sich bereits vor dem Sturm in einer dramatischen Situation befunden, von der man aber nur wenig erfahren habe. Das Regime gebe so wenig für Gesundheit aus wie kaum eine andere Regierung weltweit. Zehntausende Birmesen würden jährlich an Malaria und HIV/Aids sterben. „Zu einer chronischen Krise kam mit Nargis eine akute Katastrophe dazu“, sagte Stöbe. Er warnte davor, die Birmesen wieder zu vergessen.

Kritisch sei die Situation auch im ostafrikanischen Somalia, wo die Hilfsorganisation seit 1991 ebenfalls aktiv ist. ...

Dadurch, dass es auch sowas wie ein "Abkommen" zwischen den Staaten gibt, sich nicht in innere Angelegenheiten anderer Länder einzumischen geht es da wohl nicht so recht voran, da die Militärjunta auch nicht wirklich am eigenen Volk interessiert zu sein scheint.
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« Antworten #10 am: 27. August 2008 21:20 »

Hab heute in der Zeitung gelesen dass der James Bond Darsteller Daniel Craig den Fischern aus Birma neue Boote spenden will. Insgesamt sollen 25 Boote direkt in Birma gebaut werden. Insgesamt will der Schauspieler das Projekt mit 12.000 US Dollar unterstützen.

Mit dem Projekt wird sogar zwei Seiten geholfen. Einmal denen die die Boote bauen und dann den Fischern, die damit wieder Fische fangen und diese dann wieder verkaufen können.
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Matthias
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« Antworten #11 am: 28. August 2008 21:14 »

Ich finde solche Aktionen von Prominenten gut. Im Endeffekt hat jeder etwas davon. Die Fischer haben neuen Boote und der Prominente hat damit sein Image verbessert.

Grüße
Matthias
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« Antworten #12 am: 16. September 2008 21:33 »

Seit längeren fand ich heute auch mal wieder eine Meldung aus Birma in der Presse:

Zitat
Rangun (dpa)
Sie seit Jahren unter Hausarrest stehende birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat an Gewicht verloren und ist unterernährt. Das erklärte ihr Anwalt Kyi Win. Der Anwalt, der seine Mandantin zuletzt viermal besuchen konnte, wies die Berichte zurück, wonach sich Suu Kyi im Hungerstreik befindet. Die Friedensnobelpreisträgerin habe allerdings seit dem 16. August keine Lebensmittelpakete mehr angenommen. Die 63-Jährige habe jetzt jedoch begonnen, wieder regelmäßiger zu essen.

Suu Kyi hatte die Lebensmittel aus Protest gegen ihre andauernde Inhaftierung und die Weigerung der herrschenden Junta zurückgewiesen, einen Dialog mit ihr über eine Lösung der politischen Krise im Lande aufzunehmen. Suu Kyi befindet sich seit dem Mai 2003 unter Hausarrest und hat in den vergangenen 18 Jahren insgesamt 13 in Gefangenschaft verbracht.

Das ist Regime in Birma kein nicht wirklich ein Rechtsstaat sein ...
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Andreas
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« Antworten #13 am: 14. August 2010 10:48 »

Für den kommenden Herbst sind Wahlen in Birma angekündigt:

Zitat von: dpa-Meldung in der Rhein-Main-Presse
Rangun (dpa)
Die Militärjunta von Birma hat für den 7. November die ersten Wahlen nach 20 Jahren angesetzt. Das staatliche Fernsehen verlas die Erklärung der Generäle. Menschenrechtler und Vereinte Nationen kritisieren die Wahlvorbereitungen bereits scharf. Das Regime habe jedes Hilfsangebot der UN zur Sicherstellung fairer und demokratischer Wahlen verweigert beklagte Generalsekretär Ban Ki Moon.

Ich mutmaße jetzt einfach mal, dass das "nur Alibiwahlen" werden, wahrscheinlich um das Volk "ruhig" zu halten. Und dabei lässt so ein Regime sicherlich keine Einmischung von außerhalb zu. Mit fairen und freien Wahlen hat sowas dann allerdings nichts mehr zu tun.
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