Transrapid zum Flughafen München
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17. Dezember 2018 13:55
   

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Autor Thema: Transrapid zum Flughafen München  (Gelesen 7969 mal)
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Andreas
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« am: 27. März 2008 13:51 »

In der Medien wird heute ausführlich darüber berichtet, dass der geplante Transrapid vom Münchener Hauptbahnhof zum Flughafen aus Kostengründen nun doch nicht gebaut werden soll.

Da erinnert man sich doch gern daran, wie der ehemalige bayerische Ministerpräsident den Bürgern die Transrapid „schmackhaft machen wollte.“

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Offensichtlich gibt es hier viele fleißige Mitleser, aber niemand der sich dann mal überwindet, auch selber mal was zu schreiben! Das ist auf Dauer schon ziemlich frustrierend!
Luan
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« Antworten #1 am: 30. März 2008 18:52 »

Die Reden vom Stoiber sind immer wieder klasse!
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Andreas
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« Antworten #2 am: 03. April 2008 21:23 »

Auch wenn von offizieller Seite der Bau des Transrapid gestoppt wurde, könnte es jetzt noch zu einer „Posse vor Gericht“ kommen:

Zitat
München (dpa)
Das Scheitern des Münchener Transrapid-Projekts zieht eine Verfahrensposse nach sich: Der bayerische Verfassungsgerichtshof wird sich an diesem Freitag mit dem Volksbegehren gegen die Magnetschwebebahn befassen müssen, obwohl diese gar nicht mehr gebaut werden soll. Die Initiatoren des Begehrens sehen sich außer Stande, das Verfahren so kurz nach der Verkündigung des Projektendes vom vergangenen Donnerstag zu stoppen. Die Richter entschieden über die Verfassungsmäßigkeit des Volkbegehrens.

Man hört doch auch immer wieder, dass sich die Verfahren bei den Gerichten „stapeln“. Und diese Verfahren können dann nicht zügig verhandelt werden, weil dann solche „Verfahren“ die Kapazitäten der Gerichte binden. So wirklich nachvollziehen kann ich sowas nicht!
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Ferdi
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« Antworten #3 am: 04. April 2008 14:29 »

Ich hielt den Bau einer rund 40 km langen Transrapidstrecke schon immer für eine umweltmäßige und finanzmäßige Todsünde. Es handelt sich dabei um ein Verkehrsmittel, das durch Magnetfelder in der Schwebe gehalten werden muß, weil es keine Räder hat. Zum Aufbau der Magnetfelder werden riesige Strommengen benötigt, die erst mal erzeugt werden müssen. Hinzu kommt der Strom, der zum Antrieb benötigt wird. Das Argument der supraleitenden, widerstandslosen Magnete sticht deshalb nicht, weil die gekühlt werden müssen und der Stromeinsatz dann auf die großen Kältemaschinen verlagert wird.

Finanziell ist so ein Projekt ein Desaster, weil keiner die Kostenvoranschläge einhält und weil erst recht keiner die Kosten für Wartung und Unterhaltung der hochkomplizierten Anlagen beziffern kann. Einen Vorgeschmack haben die angestellten Geldvernichter in den AGs der Hersteller ja mit der 100prozentigen Überschreitung der Baukostenvoranschläge abgeliefert.

Es wäre effektiver für alle Interessierten, wenn man stattdessen eine moderne konventionelle Eisenbahnstrecke baut und darauf in dichtem Takt Zubringerzüge zwischen München und dem Flughafen verkehren läßt. Aber Politiker haben ja die bedauernswerte Angewohnheit, sich auf Kosten der steuerzahlenden Bevölkerung Denkmäler in die Landschaft zu setzen, auf dass ihr glorreiches Wirken zum Wohle des Wahlvolkes auf ewig am (weißblauen) Himmel erstrahlen möge.

Und da wundert sich wirklich noch einer, dass nach den neuesten Forsa-Umfragen die Linkspartei bundesweit auf ca. 14 % der Wählerstimmen kommt? Ich nicht mehr!
« Letzte Änderung: 04. April 2008 14:32 von Ferdi » Gespeichert

"Da ist viel Viagra in Chrom unterwegs".

Bundesumweltminister Siegmar Gabriel über die Geländewagen auf Deutschlands Straßen.
Matthias
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« Antworten #4 am: 07. April 2008 21:49 »

Wie ist denn eigentlich der Wirkungsgrad dieser Magnetschwebebahn? Weiß das zufällig jemand? Durch die reibungsfreie Funktionsweise müsste der doch ziemlich gut sein.

Gruß
Matthias
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Ferdi
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« Antworten #5 am: 01. Mai 2008 18:07 »

Wie ist denn eigentlich der Wirkungsgrad dieser Magnetschwebebahn? Weiß das zufällig jemand? Durch die reibungsfreie Funktionsweise müsste der doch ziemlich gut sein.

Gruß
Matthias

Hallo Matthias, wenn Du den Wegfall der Reibung allein betrachtest, dann sieht das in der Tat so aus. Aber der gewaltige Einsatz elektrischer Energie, um das Fahrzeug in der Schwebe zu halten, überkompensiert den relativ geringen Reibunganteil. Ausserdem haben moderne Fahrwerke mit Rädern auch einen sehr geringen Reibungsverlust. Das ist schon deswegen nötig, weil sich die Fahrwerke sonst stark erhitzen. Ausserdem ist bei den hohen Geschwindigkeiten der Luftwiderstand nicht zu unterschätzen. Der nimmt nämlich mit dem Quadrat der Geschwindigkeit zu.

Gruss,
Ferdi
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Matthias
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« Antworten #6 am: 04. Mai 2008 22:40 »

An der Sache mit dem "In der Schwebe halten" ist natürlich schon etwas dran.

Ausserdem ist bei den hohen Geschwindigkeiten der Luftwiderstand nicht zu unterschätzen. Der nimmt nämlich mit dem Quadrat der Geschwindigkeit zu.

Welchen Luftwiderstand meinst du denn da genau?
Der des Fahrzeugs oder der zwischen Rad und Schienen.

Gruß
Matthias
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« Antworten #7 am: 19. Mai 2008 11:29 »

Hallo Matthias!

Zwischen Rad und Schiene gibt es (ausser in engen Kurven) keinen nennenswerten Widerstand. In den Lagern treten jedoch Reibungsverluste auf, die allerdings durch konstruktive Maßnahmen sehr gering gehalten werden. Bei hohen Geschwindigkeiten ist der Luftwiderstand des Fahrzeugs entscheidend. Durch stromlinienförmige Bauweise versucht man, diesen Wert so gering wie möglich zu halten. Trotzdem ist unter normalem atmosphärischem Druck (1013 hPa =^ 1 kp/Quadratzentimeter) der Luftwiderstand bei hohen Geschwindigkeiten der größte Energiefresser. Sogar im Weltall in der Umlaufbahn der ISS ist ein Rest von Luftwiderstand noch spürbar, der die Station allmählich abbremst. Deswegen muß die ISS ab und zu wieder auf die ursprüngliche Umlaufbahn angehoben werden, zum Beispiel durch das Triebwerk des angekoppelten ATV (Automatic Transport Vehicle).

Der Luftwiderstandsbeiwert ist auch der Grund, warum die Autos alle so uniformiert aussehen. Deren Karosserien werden nämlich auf geringstmöglichen Luftwiderstand berechnet, und da gibt es nur eine physikalisch wirksame Form.

Gruss,
Ferdi
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Andreas
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« Antworten #8 am: 05. August 2008 21:43 »

Da sind inzwischen schon fast wieder 2 Jahre vergangen, als sich im Emsland der schwere Unfall mit dem Transrapid auf der Teststrecke ereignet hat.

Der neue Transrapid TR09 habe dort erste Fahrversuche mit reduzierter Geschwindigkeit absolviert. Bei dem Unglück im September 2006 waren 26 Menschen tödlich verunglückt. Seitdem hatte der Betrieb auf der Teststrecke geruht.

Es sind ja inzwischen viele Ideen entwickelt worden, wo überall sonst noch der Transrapid fahren könnte, aber ob hier in Deutschland jemals eine "echte Strecke" realisiert werden wird?
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